Der amtierende Vizemeister der Kreisliga hat schon während der kurzen Vorbereitungsphase seine neuen Trainer ausgetauscht. Was war beim VfL Güldenstern Stade II los?

Stade. Sie hatten sich auf ihre neue Aufgabe als Trainerduo beim Kreisligisten VfL Güldenstern Stade II sehr gefreut: Die Brüder Walerij und Alexander Hettich sollten die Nachfolge von Trainer Christoph Stahn antreten. Nach nur zwei Wochen der Saisonvorbereitung war bereits alles vorbei. Durch die ablehnende Haltung der Mannschaft zog das Duo die Reißleine.

Was war passiert? Walerij Hettich hat die Antwort parat. „Wir wussten natürlich, worauf wir uns einlassen. Gegen uns wurden sofort kritische Stimmen laut. Der Mannschaft hatten wir das Konzept vorgestellt. Ziel war es, jeden Spieler individuell weiter zu verbessern. Viele schienen damit nicht einverstanden zu sein.“

Als die Hettichs ankündigten, drei oder vier Spieler aus der von ihnen zuvor trainierten Dritten hochzuziehen, stieß dies auf deutliche Ablehnung, so Walerij Hettich. „Und auf die Ansage, den einen oder anderen Spieler möglicherweise auf einer anderen Position einsetzen zu wollen, wurde mit völligem Unverständnis registriert.“

Die Folge war der schnelle Bruch

Zur ersten Trainingseinheit erschienen gerade mal sieben Spieler aus dem Kader. Danach waren es vier. Am dritten Trainingsabend kamen noch die Spieler aus der bisherigen Dritten. Das Ende der Zusammenarbeit war damit besiegelt.

Torben Milbredt, der gemeinsam mit Dennis Drechsel die Fußball-Abteilung leitet, setzte sich auf Bitte des Mannschaftsrates zu einer Aussprache mit den Spielern zusammen. Als Begründung wurde angeführt, mit den neuen Abläufen nicht so gut klar zu kommen, wie sie es sich gewünscht hätten. Gemeinsam kamen die Beteiligten zu dem Ergebnis: „Die Chemie hat leider nicht so gepasst, wie wir es uns alle erhofft haben.“ Milbredt musste dem abgelehnten Trainerduo die Freistellung mitteilen.

Er hatte die Hettich-Brüder auserkoren, weil er es für sinnvoll hielt und keine externe Lösung wollte. „Walerij und Alex haben in den letzten Jahren ausgezeichnete Arbeit im Verein geleistet“, so der Abteilungsleiter. Das schließt auch die vorherige Tätigkeit im Jugendbereich ein.

Der Nachfolger war lange Teil der Mannschaft

Walerij Hettich ist mit 39 Jahren in der Ü32 aktiv, die in diesem Jahr die Meisterschaft holte. Zuvor hatte er unter anderem in den Ligamannschaften des VfL Stade, Heeslingen, D/A und Harsefeld gespielt. „Das ist jetzt ein klarer Schnitt und für alle Seiten die richtige Entscheidung“, sagt Milbredt.

Nachfolger ist mit Lars Neufang ein ehemaliger Stader Liga-Spieler, der vor zwei Jahren zur SG Lühe wechselte. Der C-Lizenzinhaber hat noch mit einem Teil der jetzigen Mannschaft zusammengespielt. Neufang ist akzeptiert. Er sagt: „Jeder Spieler wird bei uns voll integriert. Das gilt gleichermaßen für Spieler aus der 1. wie 3. Herren sowie unseren Talenten aus dem JFV.“ Milbredt sieht die Mannschaft nach dem Trainerwechsel „voll in der Pflicht“.

Lars Neufang (mit Ball) war mit dem VfL Güldenstern Stade II 2022 und 2023 im Endspiel unterlegen. Mit Lühe hat er 2025 den Kreispokal gewonnen. Foto: Struwe

Bleibt die Frage: Hat sich die erfolgreiche Zweite des VfL Güldenstern Stade – zweimaliger Kreisliga-Vizemeister von 2024 und 2026 sowie 2022 und 2023 im Kreispokalfinale – im Verein verselbstständigt? Torben Milbredt antwortet klar mit Nein. Er lehnt es ebenfalls ab, bei einer Trainerverpflichtung zuvor die Zustimmung oder das Einverständnis der jeweiligen Mannschaft einholen zu müssen.

Quelle: Stader Tageblatt

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