VfL Güldenstern Stade startet makellos und torreich in die Saison. Der neue Stürmer ist der erhoffte Leistungsträger – und der hat wieder Spaß am Fußball. Das hat Gründe.
Dass Niklas von Borstel vom Oberliga-Aufsteiger SV Drochtersen/Assel II zum Landesliga-Absteiger VfL Güldenstern Stade in die Bezirksliga wechselt, ließ aufhorchen.
Klar, der 1,99-Meter-Mann ist schon 32 Jahre alt und hatte seine Gründe. Will er seine Laufbahn nur ausklingen lassen? Mitnichten. „Niklas hat richtig Bock“, sagte Stades Trainer Matthias Quadt schon vor der Saison. Nun sagt er: „Er ist eingeschlagen wie erhofft.“
Ein fitter Niklas von Borstel ist als Neuzugang ein Coup für den VfL Güldenstern Stade.
Der D/A-Veteran konnte den Aufwand nicht mehr betreiben
Niklas von Borstel stieß schon als 17-Jähriger aus der Jugend in die zweite D/A-Mannschaft. Er feierte den Landesliga-Aufstieg und in der vergangenen Saison das Double aus Pokal und Meisterschaft mit.
Er hatte immer seine Einsätze, seine Torquote war dabei stets ordentlich bis gut. „Ich war aber kein unumstrittener Stammspieler“, sagt Niklas von Borstel. In der vergangenen Saison musste er sich nach einer Verletzung zurückkämpfen, kam noch auf elf Einsätze und traf viermal.
Als Anfang des Jahres klar war, „wo die Reise hingeht“ für D/A II, hat er sich seine Gedanken gemacht, erzählt Niklas von Borstel. Arbeit, private Verpflichtungen, Auswärtsspiele. „Das ist großer Aufwand, den ich teils nicht mehr leisten konnte“, sagt er, in der Oberliga ist das alles noch mehr. Er habe zuletzt auch „ein bisschen den Spaß verloren“.
Er bekommt in Stade „genau das“, was er will
Es gab zu den anderen Landesligisten im Landkreis immer „losen Kontakt“, erzählt Niklas von Borstel. Besonders bei Stade habe er „so oft abgesagt“, dass sie ihn gar nicht mehr auf dem Zettel hatten. Er lacht. „Da habe ich sie mal angestupst“, sagt Niklas von Borstel, „und dann war der Wechsel auch relativ schnell klar.“

Seinen noch über die Saison hinaus gültigen Vertrag bei D/A konnte er auflösen. Bei Stade sagte er ligaunabhängig zu. Die Hoffnung auf den Klassenerhalt in der Landesliga bestand noch.
Die Gespräche mit Trainer Matthias Quadt und dem sportlichen Leiter Metin Gök haben ihn bestärkt. „Ich lebe von meiner Statur“, sagt der hochgewachsene Athlet, „ich bin nicht der Schnellste, sondern im Angriffszentrum ein Wandspieler.“ So wird er eingesetzt. „Das ist genau das, was ich will.“
Die Mannschaft macht es dem Neuen leicht
Vor dem Saisonstart war Niklas von Borstel krank und wurde im ersten Spiel nur für einen Kurzeinsatz eingewechselt. Bei den beiden folgenden 7:1-Siegen traf er vier- und zweimal und wurde danach immer für gut 20 Minuten geschont. Er hatte schon immer seine Wehwehchen, sagt er, derzeit zwickt das Knie.

Niklas von Borstel hofft, dass er verletzungsfrei bleibt. Das Knie zwickt derzeit. Foto: Struwe
„Er ist schon sehr, sehr präsent“, sagt Trainer Quadt. Niklas von Borstel sei von Anfang an ein Leistungsträger und Führungsspieler gewesen. „Ich denke schon, dass er bei uns noch mal einen anderen Fokus hat“, sagt Quadt über den unterschiedlichen Stellenwert, den der Stürmer bei D/A II hatte und jetzt in Stade genießt.
Niklas von Borstel bestätigt das. „Es ist schön, das Vertrauen zu spüren. Ich will gerne Leistungsträger sein, das tut gut.“ Er sei begeistert gewesen, wie die Mannschaft ihn aufgenommen hat. „Sie haben es mir super leicht gemacht, es fühlt sich an, als wäre ich schon zwei Jahre hier“, sagt Niklas von Borstel. Von Louis Ney, der eine Saison vor ihm von D/A II zu Stade ging, hatte er auch schon einiges gehört.
Die kommenden Spiele werden mehr Aufschluss geben
Drei Spiele, drei Siege. Dazu der überraschende Pokalcoup gegen A/O im Bezirkspokal vor dem Saisonstart. Der VfL Güldenstern Stade ist auf Kurs. Quadt lobt die Einstellung der Mannschaft. „Es ist schön zu sehen, wie die Spiele laufen – und wie die Spieler, die reinkommen, reagieren“, so der Trainer.

Niklas von Borstel hat in den letzten beiden Spielen sechsmal getroffen. Foto: Struwe
„Jetzt kommen aber andere Spiele“, sagt Quadt. Danach wird der Aufstiegskandidat mehr wissen. Am Sonntag muss Stade in Apensen beim punktgleichen TSV bestehen, danach steht das Pokalspiel gegen den FC Cuxhaven an und dann kommt der TSV Sievern nach Stade.
Danach wissen die Stader ihre Leistungsstärke sicherlich besser einzuschätzen.
In der Bezirksliga ist der Spaß am Fußball wieder da
Niklas von Borstel erkennt einen „deutlichen Unterschied“ in der Bezirksliga zur Landesliga, was das Niveau betrifft. Als ärgsten Konkurrenten sieht er auf die volle Distanz RW Cuxhaven mit dem ehemaligen D/A-Trainer Lars Uder. Der hatte vor seiner Rückkehr nach Cuxhaven die Rot-Weißen schon 2024 zum Landesliga-Aufsteiger gemacht.
Der Wiederaufstieg ist natürlich das Ziel für den VfL Güldenstern Stade. Niklas von Borstel möchte gerne „dominant aufsteigen“. Stade müsse Landesliga spielen.
In der Bezirksliga hat Niklas von Borstel jetzt alles, was er vermisste. Neben der Wertschätzung im Team seien auch die „kurzen Wege schön“, wie er betont. „Und die vielen Derbys.“ Man kennt sich. Zudem habe er Arbeitskollegen in anderen Mannschaften. „Da wird viel über Fußball geredet.“
Kurzum: „Der Spaß ist zurück“, sagt Niklas von Borstel.
Quelle: Stader Tageblatt von Jan Bröhan

