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VfL Güldenstern Stade – SV Ahlerstedt/Ottendorf II 0:0. Der Ball wollte einfach nicht rein. Diesen treffenden Kommentar eines von gut 200 Zuschauer hätte der Stader Trainer Matthias Quadt nach dem Spitzenspiel vermutlich sofort unterschrieben.

Unter Flutlicht und bei typischem Fritz-Walter-Wetter mit kräftigem Regen ab der 20. Spielminute trotzte Tabellenführer A/O II den Gastgebern in Ottenbeck ein 0:0 ab. Doch während die Gäste ihre Serie von zehn ungeschlagenen Spielen feierten, blieb beim Tabellenzweiten vor allem das Gefühl zurück, zwei Punkte liegen gelassen zu haben.
Pech für Stade: Erst Pfosten, dann Latte
Die Hausherren waren dem Sieg deutlich näher. Gleich zweimal verhinderte das Aluminium in der ersten Halbzeit einen Stader Treffer. Der 20-Meter-Schuss von Matthias Lippek klatschte an den Pfosten (41.), der Kopfball von Illya Mykhno 180 Sekunden später an den Querbalken. Dazu kamen zwei hundertprozentige Torchancen von Peer Raap und Jannik Peters, die ebenfalls ungenutzt blieben. Der VfL dominierte über weite Strecken, erspielte sich gute Möglichkeiten und ließ defensiv kaum etwas zu. Nur die Belohnung für den Aufwand fehlte.

„Das war schon sehr dominant, was wir heute gespielt haben“, bilanzierte Quadt. Einen Vorwurf könne er seiner Mannschaft nicht machen. „Ich habe jetzt nicht irgendwie eine brenzlige Situation von A/O gesehen. Außer, dass wir die Tore natürlich nicht machen.“ Gerade bei den beiden Aluminiumtreffern habe nicht viel gefehlt. Manchmal seien es eben nur wenige Zentimeter, die über Jubel und Enttäuschung entscheiden.
Das war der Matchplan der Gäste
A/O II hatte sich vorgenommen, zunächst konsequent zu verteidigen und dem VfL Räume anzubieten, um anschließend über schnelle Gegenangriffe gefährlich zu werden. „Wir wollten erst einmal defensiv kompakt stehen“, erklärte Gästetrainer Sebastian Schlüter. Seine Mannschaft sei nicht gut in die Partie gekommen. Mit den ersten 15 Minuten sei er nicht zufrieden gewesen. Danach habe A/O II mehr Zugriff bekommen und Stade zunehmend zu langen Bällen gezwungen.

Nach dem Seitenwechsel sah der 33-Jährige seine Mannschaft besser im Spiel. Stade sei aus dem Spiel heraus kaum noch zu gefährlichen Aktionen gekommen. A/O II wiederum habe zwei gute Umschaltsituationen gehabt, diese aber nicht konsequent genug ausgespielt. So blieb es auf beiden Seiten beim Ansatz, ohne dass ein Treffer fiel.
A/O muss auf seinen Goalgetter verzichten
Dass Schlüter mit dem Ergebnis zufrieden war, hatte auch personelle Gründe. Mit Falk Hamann fehlte dem Team der Top-Torjäger, der bereits 13 Saisontreffer verzeichnete. Der 25-Jährige musste zu einer Hochzeiten; außerdem fehlten fünf weitere Aktivposten. „Mit so einer jungen Mannschaft und der personellen Situation, mit der wir hier aufgetreten sind, ist das für uns ein gewonnener Punkt auswärts in Stade“, bilanzierte er.

Für A/O II ist das Remis ein weiterer Beleg für den gelungenen Saisonstart. Schlüter, der erst kurzfristig als Trainer eingesprungen war, wollte die sportliche Entwicklung ohnehin nicht allein an Tabellenplätzen messen. „Die oberste Maßgabe ist Entwicklung vor Platzierung“, betonte er. Er wolle, dass sich die jungen Spieler weiterentwickeln. Umso stolzer sei er auf die Mannschaft, die nach einer kurzen gemeinsamen Vorbereitung noch ungeschlagen ist.
Stader Torjäger steht wieder auf dem Feld
VfL-Trainer Quadt blickte dagegen bereits auf die kommenden Aufgaben. Das Unentschieden sei kein Grund, die eigenen Ziele infragezustellen. „Wir wollen als Erster aufsteigen“, stellte der 46-jährige Coach klar. Dabei konnte er seinen mehrere Wochen wegen einer Knieverletzung ausgefallenen Torjäger, Niklas von Borstel, in der 70. Minute wieder einwechseln. Seine Mannschaft habe die Qualität, Meister der Bezirksliga 4 zu werden. Dafür müsse sie in den nächsten Spielen eben wieder gewinnen.

Abgesehen von einer Rudelbildung in der Nachspielzeit verlief das mit Spannung erwartete Spitzenspiel ausgesprochen fair und hat an der Ausgangslage wenig verändert. A/O II bleibt ungeschlagen an der Tabellenspitze, Güldenstern Stade lauert dahinter. Die Stader haben gezeigt, dass sie den Spitzenreiter spielerisch beherrschen können. Für einen entscheidenden Schritt im Aufstiegsrennen fehlte ihnen an diesem Abend allerdings das Wichtigste: ein Treffer.
Quelle: Stader Tageblatt | Fotos: Jörg Struwe

