Der Oberligist Heeslinger SC hat beim dreitägigen „Stader Hallenzauber“ den Sparkassen-Cup gewonnen. Mehr als 700 Zuschauer waren dabei. Und sie erlebten eine spektakuläre Torflut.

Stade. Die Tormusik dröhnt permanent aus den Boxen. Die Fußballer machen den „Stader Hallenzauber“ auf dem Kunstrasen in der Sporthalle des Bildungscampus in Riensförde zum Spektakel. Mehrere hundert Zuschauer verfolgen die Partien um den Sparkassen-Cup am Samstagnachmittag. Der Veranstalter VfL Güldenstern Stade hat die Top-Teams aus der Region nach Stade geholt. Landesligisten und Oberligisten sind dabei. D/A schickt sogar einige Regionalligaspieler.

Acht Mannschaften erzielen in 30 Spielen 109 Tore. Das sind im Schnitt fast vier pro Partie. 15 Minuten beträgt die Spielzeit. Die Rundumbande sorgt für ein hohes Tempo.

Heeslingen schlägt Rotenburg im Finale

Der Heeslinger SC agiert stark, clever, abgebrüht. Die Spieler von Trainer Malte Bösch können Hallenfußball. In der Vorrunde qualifiziert sich das Team als Zweiter hinter Bornreihe für das Halbfinale und schaltet dort den TuS Harsefeld mit 3:2 aus, der in den Gruppenspielen mit drei Siegen und technisch versierten Treffern so überzeugte. Im Finale ringt Heeslingen den Oberligisten Rotenburger SV mit 3:2 nieder.

Der Heeslinger SC setzte sich im Finale des Sparkassen-Cups mit 3:2 gegen den Oberligarivalen Rotenburger SV durch.

Der Heeslinger SC setzte sich im Finale des Sparkassen-Cups mit 3:2 gegen den Oberligarivalen Rotenburger SV durch. Foto: Jörg Struwe

In einem Duell der Landesligisten verliert Harsefeld gegen Bornreihe das Spiel um Platz drei mit 3:5. Die zweite Mannschaft der SV Drochtersen/Assel schlägt die SV Ahlerstedt/Ottendorf 5:2 und wird Fünfter. Gastgeber VfL Güldenstern Stade gewinnt die Partie um Platz sieben gegen den FC Cuxhaven mit 3:2.

Turnierchef Torben Milbredt ist sehr zufrieden mit dem Tag. „Trotz der Witterung sind viele Zuschauer gekommen“, sagt er. Die Ehrenamtlichen und die Organisatoren um Niels Gramkow haben einen guten Job gemacht. Dutzende Menschen sind an diesem Wochenende im Einsatz. Freiwillig. „Wir wollen in Stade etwas auf die Beine stellen“, sagt Milbredt.

Mehr als 700 Zuschauer kamen in die Sporthalle des Bildungscampus. Die meiste Stimmung machten die Fans des TuS Harsefeld.

Mehr als 700 Zuschauer kamen in die Sporthalle des Bildungscampus. Die meiste Stimmung machten die Fans des TuS Harsefeld. Foto: Jörg Struwe

1000 Euro Prämie für die Mannschaftskasse

Einige Mannschaften, so erzählt es ein Spieler, tingeln von Hallenturnier zu Hallenturnier, um sich die Siegprämien zu verdienen. So sind die Mannschaftskassen im Sommer, wenn die Vereine ihre Saisonabschlüsse feiern, gut gefüllt. Die Prämien in Stade sind an diesem Samstag beträchtlich. Der Sieger bei den Männern erhält immerhin 1000 Euro. Damit lässt sich auf Mallorca etwas anfangen.

An der Bande kann es eng werden. Sie sorgt zwar für ein schnelles Spiel, mitunter nach einem Aufprall aber auch für Schmerzen.

An der Bande kann es eng werden. Sie sorgt zwar für ein schnelles Spiel, mitunter nach einem Aufprall aber auch für Schmerzen. Foto: Jörg Struwe

Gewinnen wollen sie das Turnier in Stade alle. Aber gleichwohl wollen die Teams vor allem Spaß haben. Jeremy Faruke vom Gastgeber VfL Güldenstern Stade bringt es auf den Punkt. „Wir wollen Fußball zelebrieren“, sagt er. Faruke liebt die Stimmung in der Halle, die Intensität auf dem Platz, die Zweikämpfe. Er mag die Dribblings und die Tricks. Der 36-Jährige stammt noch aus einer Generation, die im Deutschen Sportfernsehen (DSF) einst in den Winterpausen die Hallenturniere im TV verfolgt hat. Faruke selbst kickte im Winter in jeder freien Minute auf dem Gummiplatz an der Halle Nord in Buxtehude oder in der Soccerhalle.

Jan-Miklas Steffens von der SV Drochtersen/Assel mag das schnelle Spiel. „Es passiert ständig was“, sagt er. Ein Spieler müsse schnell im Kopf sein, immer hochkonzentriert. „Bei kleinen Fehlern steht dir sofort jemand auf den Füßen“, sagt Steffens. Für Florian Nagel vom TuS Harsefeld ist das Vier-gegen-Vier auf dem Kunstrasen ein Highlight.

Aufstiegs-Trophäe fällt den Flammen zum Opfer

Was für Florian Nagel ein Highlight ist, ist für Lucas Chwolka willkommene Abwechslung. Der 26-Jährige spielt seit sieben Jahren beim Oberligisten Rotenburger SV, ist dort dienstältester Spieler. Dem Verein ist vor Weihnachten das Clubhaus abgebrannt. „Das ist bei uns ein großes Thema. Da stecken viele Erinnerungen drin“, sagt Chwolka. Am Morgen nach dem Brand sei sein „WhatsApp explodiert, vor Weihnachten war Chaos, die überregionale Anteilnahme groß“.

Vor und nach den Spielen nutzten die Kicker das Clubhaus. Die Fans tranken dort ihr Bier, schauten Fußball im TV. „Dass es abgebrannt ist, war schon eine heftige Nachricht. Heute fehlt etwas“, sagt Chwolka. Der Rotenburger SV stieg vor vier Jahren in die Oberliga auf. Auf einer auf Holz angebrachten Plakette standen die Namen aller Spieler, die damals dabei waren. Auch Chwolkas Name stand drauf. Die Trophäe fiel den Flammen zum Opfer. „Da wurde etwas Persönliches zerstört“, sagt Chwolka. 600 Euro für Platz zwei in Stade sind ein kleines Trostpflaster.

Sparkassen-Cup: Die schönsten Bilder vom Hallenzauber

Im Halbfinale schmiss der Heeslinger SC den TuS Harsefeld raus.

Der Sparkassen-Cup 2024

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Fotos: Jörg Struwe

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